Besteuerung der privaten Kfz-Nutzung schmälert Verkaufsgewinn nicht

Die Besteuerung der privaten Nutzung eines betrieblichen Kfz rechtfertigt keine Minderung des Gewinns aus der Veräußerung des Fahrzeugs, entschied der BFH.

Wird ein zum Betriebsvermögen gehörendes, teilweise privat genutztes Kfz veräußert, erhöht der gesamte Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und Veräußerungserlös den Gewinn, wie der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 16.06.2020 (Az. VIII R 9/18) klarstellt.

Bei einem Freiberufler war der steuermindernde Effekt der AfA infolge der Besteuerung der Nutzungsentnahme teilweise neutralisiert worden. Wegen dieses Effektes setzte der Unternehmer, als er das Fahrzeug 2013 nach vollständiger Abschreibung der Anschaffungskosten verkaufte, lediglich ein Viertel des Verkaufserlöses als Betriebseinnahme an.

Zu Unrecht, wie der BFH befand. Der Veräußerungserlös sei trotz vorangegangener Besteuerung der Nutzungsentnahme in voller Höhe als Betriebseinnahme zu berücksichtigen. Dies beruhe darauf, dass die Besteuerung der Privatnutzung eines Wirtschaftsgutes des Betriebsvermögens in Form der Nutzungsentnahme und dessen spätere Veräußerung zwei unterschiedliche Vorgänge darstellten, die getrennt zu betrachten seien.

(BFH / STB Web)

Artikel vom: 27.10.2020

Aktuelle Steuernews

  • De­zem­ber­hil­fe: Die Novemberhilfe wird verlängert
  • 27.11.2020 | Wie erwartet wird die sogenannte 'Novemberhilfe' nun aufgrund der Verlängerung der Schließungen bis zum 20. Dezember 2020 ebenfalls verlängert.

  • Künstlersozialabgabe bleibt nun doch bei 4,2 Prozent
  • 27.11.2020 | Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilt, beträgt die Künstlersozialabgabe im kommenden Jahr unverändert 4,2 Prozent. Ursprünglich war ein leichter Anstieg auf 4,4 Prozent vorgesehen.

  • Personengesellschaftsrecht wird reformiert
  • 23.11.2020 | Mit dem Gesetzentwurf soll die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ausgestaltet und das Recht der Personengesellschaft insgesamt an die Bedürfnisse eines modernen Wirtschaftslebens angepasst werden.

  • Was sind (keine) haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen im steuerlichen Sinn?
  • 19.11.2020 | Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die Reinigung der Fahrbahn einer öffentlichen Straße nicht als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich begünstigt ist. Auch für Handwerkerleistungen, die in einer Werkstatt erbracht werden, gibt es keine Steuerermäßigung.

  • Neustarthilfe für Soloselbständige
  • 16.11.2020 | Bundesfinanzminister Scholz und Bundeswirtschaftsminister Altmaier haben sich darauf verständigt, dass die bisherige Überbrückungshilfe über das Jahresende hinaus verlängert und ausgeweitet wird. Dazu gehört auch die sogenannte 'Neustarthilfe für Soloselbständige'. Insbesondere Künstler*innen und Kulturschaffende sollen damit stärker unterstützt werden.